Tag 2 & 3: Sommarøy – Sørreisa – Ibestad

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Ich schreibe diesen Blogeintrag nach zwei zähen Tagen aus einem gemütlichen Bett in einer alten Baracke in Ibestad. Doch wie bin ich hierher gekommen?

Gestern startete ich von Sommarøy und nahm die Fähre nach Botnhamn auf Senja. Am Fährhafen lernte ich Didi und Henry aus Dänemark kennen. Die beiden sind am gleichen Tag wie ich auf ihre einjährige Reise von Tromsø nach Argentinien gestartet. Sie sind mit leichtem Gepäck unterwegs – einem Bikepackingsetup in Kombination mit Gravelbike.

Henry teilte mir mit, dass die geplante Euroveloroute auf Senja gesperrt sei, weswegen auch Sie einen Umweg fahren mussten. Ich entschloss mich schweren Herzens das Gebirge von Senja auszulassen und einen alternativen Weg auf die Lofoten zu finden.

An der Südostküste von Senja fuhr ich bei starken Gegenwind bis zur Brücke nach Finnsnes auf dem Festland. Es ging an diesem Tag weiter bis nach Sørreisa, wo ich hinter einem Kraftwerkgebäude mein Lager aufschlug. Ich legte insgesamt 103 Kilometer zurück.

Am Abend stellte ich fest, dass auf meiner Alternativroute ein Tunnel liegt, welcher nach Internet für Radfahrer verboten war. Ich beschloss am nächsten Tag aber trotzdem den Weg in Angriff zu nehmen. Im Notfall werde ich einen Norweger suchen, der mich durch den Tunnel fährt.

Am dritten Tag war das Wetter beschissen. Es regnete, ich hatte Probleme mit dem Gangwechsler am Fahrrad und der Gegenwind quälte mich auf den ohnehin schon teilweise steilen Wegstücken.

Trotz allem ist die Landschaft des Nordens ewigs geniessbar, der Regen verleiht ihr etwas mystisches.

Im Regen quälte ich mich über die Insel Andørja und kam dann am Tunnel an, der auf die Insel Rolla führt. Der frisch renovierte Tunnel ist nun doch mit dem Fahrrad bereisbar!!! Es ging für mich zuerst mit 13% Gefälle runter auf 113 m unter dem Meeresspiegel, und dann wieder steil hinauf. Muss man mal erlebt haben, schön ist‘s aber nicht bei den tiefen Temperaturen am untersten Punkt.

Nach 83km in Hamnik war das erste Hotel aufgrund von Renovierungsarbeiten geschlossen. Die Supermarktkassierer waren allerdings – wie gefühlt jeder Norweger – überaus hilfsbereit und telefonierten mit einem Typen der evtl. einen Unterschlupf hat. Er kam mit dem Inselbus an und zeigte mir auf der Karte wohin. Eine halbe Stunde später zeigte er mir mein Zimmer, in dem ich jetzt liege. Ich kann glücklicherweise meine Sachen trocknen und habe das erste mal wieder eine Warme Dusche geniessen können.

Morgen geht es für mich mit der Fähre weiter nach Harstad, von wo aus ich hoffentlich ohne grosse Hindernisse die Lofoten bezwingen kann. Ich spiele mit dem Gedanken, die Nächte im Zelt zu minimieren. Unterkünfte sind zwar teurer, aber das Wetter ist in der nächsten Woche nicht so toll. In Trockenen und „sauberen“ Sachen zu starten macht wesentlich mehr Spass als drei Tage ohne Dusche…

Peace out, en schöne

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Gianluca Pargätzi

Elektroingenieur / Sportenthusiast

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