
BikeTour2021
Mit dem Mountain Bike von Rorschach bis nach Montreux. Durch die bekanntesten Voralpenlandschaften bis zum Genfersee mit eindrücklichen Bergpanoramen und Aussichten über unzählige Seen der Schweiz – Das ist mein Ziel auf der Bike Tour 2021!
Der Plan
Die Sommerferien 2021 sind nach dem ersten Jahr des Bachelorstudiums wohlverdient und herzlich willkommen.
Weil die üblichen Ferien im Tessin aufgrund von Terminkollisionen ins Wasser fallen, habe ich mich entschlossen, mich und meine Willenskraft herauszufordern…
Ich habe mir zum Ziel gesetzt, mit dem Mountainbike ab dem 16. August 2021 die Nationale Bikeroute 2 in Angriff zu nehmen. Im Alleingang und mit leichtem Gepäck möchte ich die Strecke von Rorschach bis nach Montreux bewältigen.
Die Route
Zur Bewältigung der langen Strecke werde ich mich wie bereits erwähnt grösstenteils an der Panorama Bikeroute orientieren. Die Panorama Bike zwischen Bodensee und Genfersee führt durch die bekanntesten Voralpenlandschaften der Schweiz und bietet nicht nur durchgehend eindrückliche Bergpanoramen, sondern auch viele schöne Aussichten über unzählige Seen. Teilweise werde ich aber die Panorama Bike verlassen und mich in urbaneren Gegenden durch die Schweiz kämpfen. Bei einer Strecke von schätzungsweise 400 Kilometern werde ich das Appenzellerland, Berner Oberland, Greyzerland und die Waadtländer Alpen bis nach Montreux am Genfersee bestaunen können.
Die Strecke ist konditionstechnisch nicht zu unterschätzen, weswegen Etappen mit 40 bis 50 Kilometern und maximal 1600 Höhenmeter geplant werden. Zurzeit bin ich aufgrund des regelmässigen Trainings auf den Rollskis gut in Form. Falls ich aber merke, dass die geplanten Etappen zu streng sind, werde ich auf weniger anspruchsvollere Velorouten von Swiss Mobil ausweichen. Auf meinem Weg wird mich ein GPS-Tracking-System begleiten, welches meine Route in Echtzeit aufzeichnet und auf dieser Webseite aufzeigen wird.
Tag 1: Horn – Appenzell
Am Sonntagmorgen um 7:50 Uhr starteten wir in Horn. Am ersten Tag unterstützten mich Annina und Papa bei meiner Fahrt bis nach Appenzell. Zum Start standen am Sonntag hohe Temperaturen an und somit einen schwitziger und strenger Tag.
Zu Beginn der Tour wurde mit dem Anstieg von Rorschach nach Heiden in den Tag gestartet (ca. 500 Höhenmeter). Ich merkte natürlich, dass es das erste Mal auf dem Mountainbike in der Saison war. Der Anstieg war streng und zog sich, man bekam aber schnell wieder ein Gefühl für das Bike und so verging die Zeit bis nach Grub AR schnell. Dort merkten wir bereits, dass die Bikeroute schnörkelhaft und «unnötig anspruchsvoll» geführt wird.
Wir fuhren weiter der Haupstrasse entlag bis nach Heiden und danach in einem weiteren Anstieg bis nach Trogen. Eine Bombenhitze aber ein gutes Training mit einer angenehmen Steigung. In Trogen angekommen genehmigten wir uns eine Stärkung mit einem Getränk in einem Restaurant. Anschliessend fuhren wir dann über den Schwäbrig nach Gais und kamen am Nachmittag in der gebuchten Unterkunft in Appenzell an.
Tag 2: Appenzell – Amden
Am zweiten Tag hatte das Wetter gekippt und bereits am Morgen war uns klar, dass der Tag düster und nass werden wird. Annina hat sich deshalb entschlossen nach Hause zu reisen. Papa begleitete mich auch auf meiner zweiten Etappe. Quer durch das Appenzellerland bewegten wir uns nach den ersten Kilometern auf Kiesstrassen und überwindeten die Höhenmeter zum ersten Zwischenziel. Trotz Regen waren wir bis zur Schwägalp mehr oder weniger trocken geblieben, doch bei der anschliessenden Abfahrt blieb kein Kleidungsstück trocken. Den Rest vom Tag bis zur Unterkunft in Amden stand ich im Wasser und die Erleichterung war gross, als im Hotelzimmer eine Heizung zum trocknen der Kleidung zu Verfügung stand.
Tag 3: Amden – Unteriberg
Das Wetter war am dritten Tag wieder besser, die Unterkunft in Unteriberg bereits gebucht und somit das Tagesziel klar.
Die ersten Kilometer fuhr ich auf eine Radweg und ab Siebnen war ich dann wieder abseits des Verkehrs unterwegs. In angenehmer Hitze fuhr ich über Sattelegg mit einer krönenden Abfahrt an den Sihlsee. Die letzten Kilometer bis nach Unteriberg waren eine deutliche Erleichterung im Kontrast zu der restlichen Tagesroute über die weiten Hügel und abgelegenen Alpbetriebe.
Tag 4: Unteriberg – Kerns
Unteriberg verliess ich früh, das Tagesziel von Kerns, wo ich bei einer Bekannten übernachten kann, steht fest. An den Vierwaldstättersee fuhr ich über den Ibergeregg. Obwohl diese Route aufgrund seiner schönen Landschaft und kurvigen, passähnlichen Strassenführung perfekt für Motorradfahre wäre, kam mir auf dem ganzen Weg kein einziges motorisiertes Gefährt entgegen.
Der Vierwaldstättersee ist beeindruckend, wenn man sich an die Weite des Bodensees gewöhnt ist. Die steilen Berge, welche den See umrahmen lassen ihn mit seinem türkis-blauen Wasser umso schöner und prachtvoller erscheinen. Die Überquerung mit der Fähre ist die einzige Teilstrecke, welche ich nicht durch Muskelkraft zurücklege, ich geniesse die Zwischenzeit auf dem Schiff also umso mehr.
Tag 5: Kerns – Spiez
Der fünfte Tag war der erste, an dem ich zum ersten Mal die Muskeln so richtig spüre. Der Muskelrelax-Shot wirkt nur mässig, der Plazebo-Effekt lässt mich aber weiterradeln. Der unangenehmste Part der Reise war eindeutig der Brünig-Pass. Während man mit 7 km/h den Pass raufkriecht, krachen Autos und Lastwagen mit 80 km/h hautnah an einem vorbei, in der Waldschneise schwebt ein unangenehmer Geruch von Abgasen. Die Erleichterung am Höchstpunkt war gross, denn bei der Abfahrt nach Brienz waren die Autos nicht mehr schneller als ich.
Der kurze Ausflug ins Freilichtmuseum war seine CHF 30 nicht wert, denn die meisten Ausstellungen waren nicht wie erwartet im Betrieb und somit war das Museum bei weitem nicht so interaktiv wie erwartet. – Also, zurück auf den Sattel und Distanz zurücklegen.
Fasznierend war für mich, wie blau ein See eigentlich sein kann. Während der Bodensee vielfach dunkelblau oder fast schon grau wirkt, sind die Seen an deren Küste ich entlangfuhr, allen voran Brienzer- und Thunersee, stechend blau und ein regelrechter Hingucker. Trotz strengen 70 km war so der Tag alles andere als langweilig.
Tag 6: Spiez – Bulle
Bereits bei der Abfahrt in Spiez war mir bewusst, dass die heutige Tagesetappe wiederum eine kleine Tortur werden wird. Die leichte Steigung bis zum Fuss des Jaunpasses war angenehm, was man vom Jaunpass selber nicht behaupten konnte. Der Pass war so steil, dass ich an gewissen Stellen das Bike stossen musste, den Rest der eineinhalbstündigen Passfahrt fuhr ich im Schneckentempo von 5-6 km/h. Im Gegensatz zum Brünigpass waren hier allerdings nur sporadisch einige Motorradfahrer unterwegs, wodurch trotz allem der Anstieg verhältnismässig angenehm war.
Bei der anschliessenden Abfahrt habe ich den Geschwindigkeitsrekord gebrochen und die restlichen Kilometer bis in meine Unterkunft in Bulle vergingen im ebenen Gelände wie im Flug.
Tag 7: Bulle – Lausanne
Es bricht auch schon der letzte Tag an. Die Landschaftim Greyzerland bis zum Genfersee war typisch schweizerisch mit einem leicht südlichen Flair. Nach 7 Tagen in der Schweiz nicht mehr beeindruckend. Beeindruckend war aber die Aussicht am Genfersee selbst mit seinen hügeligen Ufern, geziert von Reben und rustikalen Steinmauern. Doch die wenigen Kilometer bis nach Lausanne vergingen wie im Flug und bereits mittags habe ich den Zug zurück nach St. Gallen bestiegen, wodurch die siebentägige Reise querfeld ein von Rorschach nach Lausanne so schnell vorbei war wie sie angefangen hatte.
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Gianluca Pargätzi
Elektroingenieur / Sportenthusiast
Herzlich willkommen auf meiner Webseite! Ich berichte hier über meine Gedanken aus dem Alltag und zu meinen persönlichen Projekten!
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