Birkebeinerrennet 2024

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Nachdem ich in den Jahren 2022 und 2023 zweimal erfolgreich den Vasaloppet (klassische Technik, 90km) zwischen Sälen und Mora in Schweden absolviert habe, ist es dieses Jahr Zeit für einen Tapetenwechsel. Dieselbe Reisegruppe (Roberto, Andi, Roli, Papa und ich als Läufer und Jeannette und Chläus als Support-Crew) reist dieses Jahr nach Norwegen, um das Birkenbeinerrennet am 16. März zu bestreiten.

Am 13. März fliegen wir von Zürich nach Oslo und dann weiter nach Sjusjøen in der Nähe von Lillehammer.

Über den Birkebeiner

Das Birkebeinerrennet ist einer der grössten Langlauf-Volksläufe (jährlich ca. 16’000 Teilnehmer) in Norwegen mit Start in Rena. Das Langlaufrennen in klassicher Technik verläuft bei einer Distanz von 54km über zwei Berge mit atemberaubendem Ausblick bis ins Ziel im Langlaufstadion im olympischen Dorf von Lillehammer.

In derselben Landschaft wurde im 13. Jahrhundert der Königssohn währen eines norwegischen Bürgerkrieges in Sicherheit gebracht. Das Birkebeinerrennet wurde 1932 eingeführt, um die Fraktion der Birkebeiner zu ehren, die den Erben retteten, indem sie auf Skiern über das Gebirge dem Feind entkamen.
Seitdem hat die Fahrt über die Berge Hunderttausende von Norwegern herausgefordert. Als Symbol für das gerettete Königskind muss jeder Teilnehmer auf der gesamten Strecke Gepäck von mindestens 3.5kg mitführen.

Die Route

Der Birkebeiner führt auf 54km auf einer Art «Passstrasse» über den Raudfjellet und Midtfjellet mit insgesamt über 1000 Höhenmeter.

Die Distanz ist mit 54km zwar deutlich kürzer als der Vasaloppet (90km), die Strecke hat es aber trotzdem in sich. Die anspruchvollste Stelle ist meiner Meinung nach klar der Aufstieg auf den ersten zwanzig Kilometern. Man ist zwar noch frisch, aber besonders dann, wenn man mit zu hohem Tempo startet (was bei der normalen Aufregung im «Rennfieber» schnell passieren kann), können die folgenden 35km, auch wenn diese auf dem Höhenprofil verhältnismässig flach oder abfallend wirken, extrem kräftezehrend und lange werden.

Während zu Beginn die Spuren noch halbwegs in Ordnung sind (so gut wie sie eben sein können bei 16’000 Teilnehmern …), sind zusätzlich besonders die langen technischen Abfahrten (hier sind die Spuren meist nicht mehr so bombig) besonders schwierig. Vorallem wenn man nicht so sicher auf den Skiern steht (wie ich …) ist Vorsicht geboten, mit einem Sturz (oder sogar Stürzen?) ist zu rechnen. Ich kann mir vorstellen, dass teilweise auch Szenen wie am Risberg am Vasalauf entstehen.

Meine Gedanken und Challenges

Mein Ziel für den Birkebeiner ist bescheiden: Ich möchte ins Ziel kommen und ich möchte emotional die Krisen bewältigen, die während solchen langen Rennen früher oder später aufkommen werden. Obwohl ich mit den beiden Vasaläufen bereits Langdistanzerfahrungen sammeln konnte, gehe ich mit grossem Respekt an die Sache.

Der Vasalauf hat auf den ersten drei Kilometern einen starken Anstieg, danach geht es über Hochebenen bis ins Ziel nach Mora. Die grösstenteils flache (natürlich im Verhältnis zur Länge gesprochen, es folgen auch da immer wieder kleine Hügel) Topologie spricht meinem Laufstil und meiner Stärke im Double-Poling besser zu. Der Birkebeiner hat gleichviele Höhenmeter, aber auf weniger als 2/3 der Distanz. Der Anstieg am Anfang ist lange und kräftezehrend (zum Vergleich: Man muss in Davos ca. zweimal ins Sertig-Tal laufen, um die gleiche Distanz und Höhenmeter zu absolvieren). Besonders bei der Diagonaltechnik – und es werden einige Kilometer mit diesem Laufstil erfolgen – merke ich, dass mir die langjährige Erfahrung fehlt, entsprechend ist auch meine Technik optimierungsbedürftig.

Auch wenn mich das Rennfieber packt muss ich unbedingt schauen, dass ich am Anfang im langen Aufstieg auf den Raudfjellet nicht zu schnell starte und konsequent mit 80% laufe. Ich strebe einen Puls von ca. HF 155-160 an, weil ich weiss, dass ich damit auch langfristig ohne grosse Leistungseinbrüche laufen kann… Im zweiten Anstieg auf den Midtfjellet und im Ebenen kann ich immernoch pushen, falls ich merke, dass ich Reserven hab‘.

Meine Vorbereitung

Bezüglich Vorbereitung auf das Rennen habe ich generell ein gutes Gefühl, obwohl ich mich die letzten beiden Wochen teilweise ein bisschen schlapp gefühlt habe mit ständigen Spannungskopfschmerzen.

Schon im Sommer haben wir beim Rollskitraining im Bezug zu den Vorjahren auf längeren Distanzen trainiert. Ich habe vermutlich ungefähr gleichviele Trainingskilometer auf den Skiern wie vor dem zweiten Vasalauf, fühle mich aber körperlich deutlich fitter im Bezug auf Herzkreislaufzustand und Körperkomposition.

Deutlich spürbar ist die Steigerung des Trainingsvolumens auf dem Fahrrad, beim Joggen und Rollskitraining. Im letzten Halbjahr habe ich ca. 4-5 mal wöchentlich meine Ausdauer gestärkt (sowohl Grundlagentraining in tiefen als auch Intervalltraining und generelle Belastung in höheren Herzfrequenzzonen).

Zusätzlich habe ich einige Kilos abgenommen und ich bin jetzt mit meinen 68kg schon fast ein Fliegengewicht. Ich merke aber, dass ich trotzdem an Kraft zugenommen habe. Beim Double-Poling fällt mir vorallem die erhöhte Kraftausdauer und Rumpfstabilität durch das Klettern auf. Ich konnte diesen Winter einige Strecken stossen, welche die letzten Winter unvorstellbar gewesen sind. Dazu kommt, dass ich durch das Diagonaltraining mit dem 3.5kg-Rucksack im Sertig, durch das Joggen und wegen dem Training auf dem Fahrradroller auch mehr Pfupf in den Beinen hab.

Neben dem Training habe ich mich dieses Jahr mehr mit der Ernährung vor und während dem Wettkampf beschäftigt. Obwohl meine Ernährung grundsätzlich nicht gesund aussieht esse ich deutlich weniger Zucker, trinke konsequent mehr Wasser und achte auf eine ausgewogenere Makronährstoffverteilung mit Kohlenhydraten vor dem Ausdauertraining und proteinhaltigeren Speisen nach dem Training. Während ich in den Vergangenen Jahren während dem Training konsequent auf Nahrung verzichtet habe, habe ich mir dieses Jahr angewohnt (nachdem ich am Vasalauf gute Erfahrungen mit dem kostenpflichtigen Sportverpflegungspaket gemacht habe), bei längeren Einheiten ca. alle 15km leichte Nahrung in Form von Sportgels zu mir zu nehmen, um das Hungergefühl zu unterdrücken, den Hungerast zu vermeiden und Kohlenhydrate und Energie nachzuführen.

Fazit

Mein Fazit: «Das chunnt scho guet». Schliesslich hat der Vasaloppet letztes jahr mit nur einer Stunde Schlaf auch geklappt.

Zeit hat man genug.

Hoffentlich verbessert sich die Wetterprognose noch ein bisschen (zurzeit ist Schneeregen angesagt…)

Tracking

Die Teilnehmer unserer Reisegruppe sind:

  • Roberto Jörger (#3939): 8:50 Uhr
  • Roli Fröhli (#5499): 9:10 Uhr
  • Jürg Pargätzi (#4569): 9:15 Uhr
  • Andi Koska (#6707): 9:20 Uhr
  • Gianluca Pargätzi (#4569): 8:55 Uhr

Verfolgen könnt Ihr uns:

  • Startliste: Gebt im Suchfeld bei Club «Nordic Team Davos» ein. So findet man uns am schnellsten.
  • Live-Tracker: Keine Ahnung wie dieser aussehen wird während dem Event
  • Ranfliste: Ebenfalls im Suchfeld bei Club «Nordic Team Davos» eingeben.
  • Webcams: Wenn Ihr im richtigen Moment die Webcams am entsprechenden Ort einschaltete findet ihr uns in Aktion.

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Ein Kommentar zu «Birkebeinerrennet 2024»

  1. Avatar von Dominik
    Dominik

    Viel Erfolg 💪🏼💪🏼

About Me

Gianluca Pargätzi

Elektroingenieur / Sportenthusiast

Herzlich willkommen auf meiner Webseite! Ich berichte hier über meine Gedanken aus dem Alltag und zu meinen persönlichen Projekten!

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